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Das Lied Es ist ein Ros' entsprungen ist ein religiöses Weihnachtslied katholischen Ursprungs. Es bezieht sich als eine Art Rätsellied auf Maria als Mutter Gottes.

Geschichte Bearbeiten

Im Zuge der Reformation wurde erstmals auch für Lieder die deutsche Sprache gebraucht. In der katholischen Kirche wurden sowohl die Messtexte als auch die Lieder ausschließlich in der internationalen Kirchensprache Latein gesprochen bzw. gesungen. Die erste deutschen Liedtexte mit religiösem Inhalt schrieb Martin Luther im Nachgang zur Bibelübersetzung ins Deutsche.

Doch um 1587, also etwa siebzig Jahre nach der Reformation, schrieb ein unbekannter Kirchendichter in Trier oder in Mainz[1], deren katholische Bischöfe zu den geistlichen Kurfürsten gehörten, das im Ursprungstext katholische Weihnachtslied Es ist ein Ros' entsprungen. Der katholische Ursprung lässt sich auf die darin enthaltene Betonung der Jungfräulichkeit Mariens stützen, denn der Glaube an die nachgeburtliche Jungfräulichkeit der Gottesmutter wird von den protestantischen Kirchen nicht geteilt, während sie in der katholischen Kirche 1546 vom Konzil von Trient nochmals ausdrücklich als Glaubenssatz bestätigt wurde.

Die Melodie dazu wurde 1599 in Köln komponiert[2].

Text Bearbeiten

Es ist ein Ros' entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art,
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter
wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine
davon Jesaja sagt,
ist Maria die reine,
die uns das Blümlein bracht.
Aus Gotte ew'gem Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd. (diese Zeile ökumenische Fassung: welches uns selig macht)

Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine
vertreibt's die Finsternis,
wahr Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

Texterläuterung Bearbeiten

Das ältere Gotteslob (1975) erklärt den Text wie folgt:

"Das Lied beginnt wie ein Rätsellied von einem Ros (= Rosenstock) zu sprechen, der ein Blümlein hervorbrachte. In der zweite Strophe folgt die Lösung: Der Rosenstock (jetzt das Röslein genannt) ist Maria. Auf die Jungfrau (virgo) bezog man schon im Mittelalter die Jesaja-Weissagung (Jes. 11,1) vom Sproß (virga), der aus der zarten (= edlen) Wurzel Isais (lateinisch: Jesse, d. h.: aus dem Geschlechte von Davids Vater, hervorgehen sollte."[3]

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Nach dem älteren Gotteslob (Katholisches Gebet- und Gesangbuch), in dem dieses Leid unter der Nr. 132 geführt wird, stammt der Text aus Mainz. Die 3. Strophe ist danach erstmals bei Friedrich Layritz im Jahr 1844 veröffentlicht. Das neue Gotteslob führt es unter der Nr. 243 und erklärt im Texter- und Komponistennachweis am Ende des Liedes, der Text stamme aus Trier.
  2. Ältere Ausgabe des Gotteslob, Nr. 132, Melodie Speyerer Gesangbuch, Köln 1599, neues Gotteslob, Nr. 243, Text Köln 1599 ohne nähere Spezifikation der Quelle.
  3. Gotteslob 1975, Nachsatz unter dem Lied Nr. 132.
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